• Язык:
    Немецкий (Deutsch)
Источник:
  • Four Centuries. Russian Poetry in Translation, 13, 2016

Es fluten und es schmelzen heilige Nächte...

Священные плывут и тают ночи…

Es fluten und es schmelzen heilige Nächte,
Die Tage ziehen episch lang dahin.
Mein Blick ist auf den nahen Tod gerichtet,
Ich sehe Flammenzungen sumpfig grün.

Der Tod ist überall -- in Feuergluten
Und in dem Dunkel, unerwartet nah,
Ich seh ihn als Husar aus Ungarn wüten,
Dann ist er als Tiroler Schütze da.

Doch ein besonderes Glück liegt in der Einsicht
Vom Unbestand, der Brüchigkeit des Seins,
Das ganze Weltgebäude, gleichsam weiblich,
Ist gänzlich mir gefügig, gänzlich mein.

Wenn Kugeln wirbelnd in das Wasser schießen
Dann höre ich Natur und Harmonie,
Die Vögel, die das Morgenrot begrüßen,
Klaviermusik: Irène Enery.

Den ganzen Tag von vagem Durst gepeinigt
Folg ich dem wechselhaften Wolkenreich,
Und denke an Karsavina, die einstmals
Vor mir getanzt hat, einer Wolke gleich.

Und in der Nacht, in alter hehrer Höhe
Seh ich am Himmel meines Schicksals Schrift.
Ich weiß — sirenenhaft, in weiter Ferne
Singt über mich Achmatovas Gedicht.

Und ich vermag nicht an den Tod zu denken.
Ich sehe ständig, wie im Traum bewegt,
Drei weibliche Gestalten -- sie versprechen
Dass meine Seele niemals untergeht.


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