• Язык:
    Немецкий (Deutsch)
Источник:
  • Nicolai Gumiljov. Ausgewählte Gedichte. Oberbaum Verlag GmbH. 1988.

Sentimentale Reise

Сентиментальное путешествие

I.

Kalter Dämmrung silberner Schein
wirft sein Licht auf das Firmament;
in das Marmara-Meer hinein
sich das Schiff durch die Enge zwängt.
Und die Boote tanzen umher
den Delphinen gleich rings im Rund;
von dem frischen, salzigen Meer
ist voll Salz dein fröhlicher Mund.
Wie die Mähne des Löwen braun
ragen hoch drei Felsen empor.
Diese Prinzeninseln — sie schaun
aus dem tiefblauen Dunst hervor.
Durch das Wasser glänzt Bernstein her
und Korallenwald, rot wie Blut.
Oder sank vom Himmel ins Meer
tief der Dämmrung rosige Glut?
«Nein, der roten Medusen Schwarm,
der vorbeizieht am Schiff, ist's nur.»
Ein Franzose sprach's, der voll Charme
immerfort dir machte die Cour.
Schau, er stellt sich schon wieder ein
und die Hand küßt er wieder dir.
Doch kann Eifersucht in mir sein?
Nein, zu stark ist Liebe in mir…
Schlief ich doch, da du schliefst zur Nacht,
auch für einen Augenblick nicht.
Ich sah immer die weiße Pracht
deiner Brust, die dem Kelche glich.
Und die uralte Bahn ziehn wir,
die die Zugvögel fröhlich ziehn.
Nicht im Schlaf, sondern wach ziehn wir
zu dem Goldland der Märchen hin.

II.

Dort sind Masten, Rahen zuhauf;
Häuser fliehn herab von den Höhn.
Der Piräus ragt vor uns auf,
er, Athens alter Kapitän.
Keuche, Zug, auf den Berg hinauf!
Klirre, Wagen, und knirsche laut!
Endlich endete unser Lauf
unter Himmeln, uns längst vertraut.
Juliregen fällt hin aufs Land,
deinen Schleier mit Perlen deckt.
Des Olivenhains feinen Rand
uns die Ferne entgegenstreckt.
In Athen sind wir. Gehn wir schnell
diese Pfade, den Fels empor!
Hinter Pappelreihen ragt hell
eines Tempels Marmor hervor,
des Athenatempels. Zuvor
warest du noch nicht gänzlich mein.
In den Spalt wirf den Louisdor,
und so stark wie ich wirst du sein.
Daß kein Schmerz ist auf dieser Welt,
wirst du sehn, und auch Schrecken nicht.
Von den freisten Kometen fällt
in dein Herz ein göttliches Licht.
Doch zu zweit werden eins wir sein,
von dem Licht des Abends umglänzt,
und die Göttin aus Marmorstein,
die den Speer trägt, zum Ruhm uns kränzt.

III.

Nach Port-Said lockt Möwengeschrei,
Wind trug Glut aus den Wüsten her.
Rechts liegt Kreta — wir fahr'n vorbei —
links bleibt Rhodos zurück im Meer.
Da, die Lesseps-Mole, so breit,
und ein Lärm wie Bienengeschwirr.
Und der Häuser Weiß leuchtet weit;
in der Bucht tönt Stimmengewirr.
Etwas Wichtiges tun wir hier —
unser Tag wär' ohne das leer:
Vorm Hotel am Platz sitzen wir
vor Langusten, frisch aus dem Meer.
Es kann nichts so wohlschmeckend sein,
wie ihr rosaner Schwanz es ist,
wenn mit Saft der Felder vom Rhein
seine Würze man übergießt.
Warmer Abend. Der Lärm verklingt,
und die Häuser hüllt Schatten ein.
Über Plätze, die ruhig sind,
gehen nur wir beide allein.
Ich umschließe fest deine Hand;
von dem Schicksal erzähl' ich dir,
das so traumhaft uns zwei verband,
diesem Schicksal von dir und mir.
Ich entsinn' mich: In frührer Zeit
färbte schwarz sich des Mondes Licht,
und wir trennten uns, und von weit
zog zurück dich nur mein Gedicht.
Kaum erwacht Erinnrung — da stehn
schlanke Palmen nicht mehr umher,
nicht mehr sprudelt der Quell, wir sehn
nicht das Schiff, das südlich fährt, mehr.
Es ist Petersburgs böse Nacht.
Meine Fedel halt' ich. Mein Herz
trauert einsam. Niemand vermag
mir zu helfen im tiefsten Schmerz.
Mit den Versen weint das Papier;
vielleicht liest du nie mein Gedicht…
Warum glaubtest du, was von mir
öde Lüge der Menschen spricht?
Nein, in Liebe, die ewig währt,
lieb' ich das, was dein Sang tat kund,
und ein tödlicher Schmerz verzehrt
mich um deinen blühenden Mund.
Gift der Liebe, das mich zerfrißt;
Schmach des Traums! Nichts kann deutlich sein.
Ist es wahr, daß du grausam bist,
oder bist du zärtlich und mein?


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